Hünstetten macht sich für Fachkräfte attraktiv

IHK Wiesbaden zertifiziert Gemeinde erneut als „Ausgezeichneten Wohnort“

27. Januar 2017 - Hünstetten hat sich als attraktiver Wohnstandort weiterentwickelt: Bereits zum zweiten Mal hat die IHK Wiesbaden der Gemeinde das IHK-Zertifikat „Ausgezeichneter Wohnort für Fach- und Führungskräfte“ verliehen. Hünstetten hat seine Angebote für Neubürger sowie im Bereich Beruf und Familie gestärkt und will neben weiterem Wohnraum auch Gewerbeflächen ausweisen. Die Gemeinde war erstmals im Januar 2014 als zweite Kommune im Rheingau-Taunus-Kreis mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet worden. Nach der erfolgreichen Re-Auditierung der Angebote darf Hünstetten das Zertifikat nun fünf weitere Jahre für das Standortmarketing nutzen.
„Unsere Überprüfung hat gezeigt, dass man sich in Hünstetten intensiv mit dem Thema Fachkräftesicherung auseinandersetzt“, sagt Dr. Florian Steidl, Leiter Standortpolitik bei der IHK Wiesbaden, der dem Hünstettener Bürgermeister Jan Kraus die Urkunde am Freitag, 27. Januar, im Rathaus überreichte. „Die Gemeinde hat eine breite Angebotspalette“. So wurde vor einigen Jahren ein Bürgerbüro eingerichtet, das Informationen für Neubürger aus einer Hand bereithält. Besonders gut aufgestellt sieht sich die Gemeinde im Bereich Beruf und Familie: Für Fragen zur Kinderbetreuung gibt es einen zentralen Ansprechpartner, die Betreuungsquote der unter Dreijährigen liegt über 30 Prozent, es gibt englischsprachige Betreuungsangebote und die Elterninitiative INES vermittelt Tagesmütter. Ebenso wurde eine Notfallbetreuung eingerichtet. „Im Wettbewerb der Standorte wollen wir die Vorteile unserer wachsenden Gemeinde weiter ausbauen – die erneute Auszeichnung mit dem IHK-Gütesigel bestätigt uns, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind“, stellt Bürgermeister Jan Kraus fest.
Innerhalb von drei Jahren ist die Gemeinde um gut 250 Einwohner auf 10.421 gewachsen. Das Bevölkerungswachstum ist damit stärker als im Rheingau-Taunus-Kreis. 767 Einpendlern stehen 3.713 Auspendlern gegenüber. „Die Zahlen zeigen, dass Hünstetten eine hohe Wohnortqualität für Fach- und Führungskräfte aufweist“, sagt Steidl. Positiv bewertet der IHK-Standortexperte dabei ebenso das lebendige Vereinsleben, das auch Zugezogenen die Integration erleichtert. So bieten etwa die Freiwilligen Feuerwehren, Sport- und Musikvereine Schnuppertage an. „Hünstetten bietet bereits gute Voraussetzungen zum Wohnen. Um mehr Arbeitsplätze an die Gemeinde zu binden, benötigen wir neue Flächen für Gewerbe“, betont Bürgermeister Kraus. Deshalb will die Gemeinde neben weiteren Wohnflächen auch Gewerbeflächen ausweisen. Weiterhin plant die Kommune einen englischsprachigen Webauftritt, um ausländische Fach- und Führungskräfte gezielter anzusprechen. Ein Kulturpfad soll die zehn Ortsteile für Wanderer verbinden. Hünstetten bildet seit 2002 gemeinsam mit den Kommunen Idstein, Niedernhausen und Waldems das Idsteiner Land – ein interkommunaler Zusammenschluss zur Vereinfachung der Koordination des Verwaltungshandelns.
Das IHK-Zertifikat „Ausgezeichneter Wohnort für Fach- und Führungskräfte“ wurde vom IHK-Forum Rhein-Main zusammen mit Bürgermeistern und Wirtschaftsfördern entwickelt – als strategisches Instrument, um den Herausforderungen der Fachkräftesicherung zu begegnen. Dafür überprüfte die IHK Strategien und Standortfaktoren, Angebote für in- und ausländische Neubürger sowie für Fach- und Führungskräfte. Ebenso wurden die Bereiche Beruf und Familie, Kultur und Freizeit bewertet. „Die Bedingungen am Wohnort müssen stimmen – sonst ist selbst der beste Arbeitsplatz wenig wert. Studien haben gezeigt, dass der Erfolg von Regionen in hohem Maße von der Wohn- und Lebensqualität bestimmt wird. Erst dann kommen die Wirtschaftsstruktur und der Arbeitsmarkt“, sagt IHK-Standortexperte Steidl.
Ansprechpartner für Kommunen in der IHK-Region Wiesbaden, die sich für das Gütesiegel interessieren, ist Dr. Florian Steidl, Telefon 0611 1500-126, f.steidl@wiesbaden.ihk.de.
Zum Hintergrund
Mit dem Qualitätszeichen „Ausgezeichneter Wohnort für Fach- und Führungskräfte" können seit 2013 Kommunen der Metropolregion FrankfurtRheinMain ausgezeichnet werden. Dazu ist eine Bewerbung bei der zugehörigen IHK notwendig. Anhand von 31 Kriterien werden vor allem Leistungsangebote sowie das Serviceverhalten von Kommunen für Fach- und Führungskräfte geprüft. Sechs Handlungsfelder werden dabei abgefragt: „Strategische Zielsetzung“, „Zuzug leicht gemacht“, „Beruf und Familie“, „Ausländische Fach- und Führungskräfte“, „Kultur und Freizeit“ sowie „Harte Standortfaktoren“. Mittlerweile gibt es 44 ausgezeichnete Wohnorte, davon 36 in FrankfurtRheinMain. Die IHK Wiesbaden hat bislang neben Hünstetten auch Idstein zum zweiten Mal mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet. Die Reauditierung der Stadt Taunusstein steht im März 2017 an.