Bandbreite der Baukunst im Erbprinzenpalais

Ausstellung „Baukultur in Deutschland“ der Wüstenrot Stiftung in der IHK eröffnet

12. Februar 2016 - Zu den hervorstechendsten Merkmalen Wiesbadens zählen die vielen Villen und Prachtbauten, die imposanten Gründerzeithäuser und die wunderbar angelegten Parks. Doch es sind nicht nur die historischen Baudenkmäler, die einen Standort formen – auch in der Gegenwart gibt es Ikonen der Baukunst. Prämierte Beispiele präsentiert die Ausstellung „Baukultur in Deutschland“, die am Donnerstag, 11. Februar, im 200 Jahre alten Erbprinzenpalais der IHK Wiesbaden eröffnet wurde. Die Wanderausstellung zeigt 14 ausgezeichnete Projekte und weitere bemerkenswerte Einsendungen des Gestaltungspreises „Baukultur in Deutschland“ der Wüstenrot Stiftung.

„Unser Anspruch als IHK mit eigener 150-jähriger Geschichte ist es, Tradition und Moderne zu verbinden. Wir wollen das Alte nicht konservieren, sondern wir wollen in Gedenken unserer Wurzeln Raum für Neues geben“, begrüßte IHK-Präsident Dr. Christian Gastl die gut 100 Gäste. „Wenn Sie die eindrucksvollen Projekte studieren, werden Sie erkennen, dass es nicht nur die historischen Baudenkmäler sind, die einen Standort formen – auch in der Gegenwart gibt es neue Ikonen der Baukunst“. In seiner Rede zur Ausstellungseröffnung ging der Hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir auf die gute Entwicklung des Architekturmarkts in Hessen ein: „Die Architektur-Branche ist Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft. Ihr Anteil am Gesamtumsatz dieses Wirtschaftszweiges liegt in Hessen bei etwa 8 Prozent – im Bundesdurchschnitt sind es nur 6,3 Prozent.“ Die Branche erwirtschafte jährlich einen Umsatz in Höhe von gut einer Milliarde Euro. In Hessen sitzen rund 3.500 Architekturbüros, darunter auch zahlreiche von internationaler Bekanntheit. Al-Wazir betonte, dass Baukultur ein Element von Lebensqualität sei: „Wir wollen deswegen einen dauerhaften Dialog zwischen Fachleuten, Bauherren und Bürgern über Funktionalität und Schönheit, kulturelles Erbe und moderne Gestaltung, Kosten und Nachhaltig fördern, etwa mit der Landesinitiative ‚Baukultur in Hessen‘ oder dem Tag der Architektur.“

Der alle zwei Jahre bundesweit ausgeschriebene Gestaltungspreis „Baukultur in Deutschland“ der gemeinnützig tätigen Wüstenrot Stiftung versucht, anhand besonders gelungener Beispiele einen Beitrag zur Klärung der wichtigsten Kriterien und Merkmale von Baukultur zu leisten. Stiftungsvorsitzender Joachim E. Schielke erklärt: „Die Bedeutung von Baukultur wird leider oft unterschätzt. In einer globalen Welt ist Baukultur eine Visitenkarte für Städte und Unternehmen und schafft Identität und Lebensqualität. Der Gestaltungspreis verdeutlicht, dass Baukultur aus vielen unterschiedlichen, privaten, gewerblichen und öffentlichen Bauaufgaben entsteht.“

Für den aktuellen Wettbewerb gab es 615 Einsendungen aus dem gesamten Bundesgebiet. Die 14 Projekte wurden von einer hochkarätig besetzten Jury ausgezeichnet. Der mit 15.000 Euro dotierte Gestaltungspreis ging an die Architekten Lederer Ragnarsdóttir Oei (Stuttgart) für den Neubau des Hospitalhofes in Stuttgart. Damit würdigt die Jury ein vorbildhaftes Bauen im städtebaulichen Bestand sowie einen gelungenen Beitrag zur Stadtreparatur. Eine mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung erhielt die Schneider + Schumacher Planungsgesellschaft mbH aus Frankfurt am Main in Kooperation mit SPI Schüßler Plan Ingenieurgesellschaft mbH für den Neubau der Ölhafenbrücke in Raunheim. Ausgezeichnet wurde auch eine Arbeit des Wiesbadener Architekturbüros Kissler + Effgen für die Umgestaltung des Innenraums der Sankt Bartholomäus Kirche in Köln.

Weitere Informationen zu den Projekten finden sich unter: www.wuestenrot-stiftung.de

Die Ausstellung im Foyer der IHK Wiesbaden, Wilhelmstraße 24-26, kann vom 12. Februar bis 10. März montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 16 Uhr besichtigt werden.