Ausbildungsstart für junge Flüchtlinge

IHK Wiesbaden feiert Abschluss ihres Integrationsprojekts – 16 Teilnehmer erhalten Zertifikate

1. September 2016 - Sprachprobleme, kulturelle Unterschiede und bürokratische Hürden lassen sich überwinden – mit hohem Engagement und Unterstützung auf beiden Seiten kann es gelingen, junge Flüchtlinge systematisch auf eine Ausbildung vorzubereiten. Das zeigt der Abschluss des IHK-Integrationsprojekts, den die IHK Wiesbaden am Mittwoch, 31. August, mit 16 jungen Flüchtlingen sowie mit Inhabern, Geschäftsführern und Personalverantwortlichen von Betrieben aus der Region Wiesbaden feierte. „Wir haben das Projekt mit dem klaren Ziel aufgesetzt, die Teilnehmer in die Duale Berufsausbildung zu vermitteln. Heute kann ich mit großer Freude und auch ein bisschen Stolz verkünden, dass uns das bei den meisten Teilnehmern gelungen ist“, sagte IHK-Präsident Dr. Christian Gastl. „Das wird Ihnen helfen, in Deutschland langfristig Fuß zu fassen.“ 13 junge Männer und Frauen haben einen Ausbildungsplatz oder eine Einstiegsqualifizierung in einem Unternehmen bekommen. Sie lernen Berufe wie Fachinformatiker für Systemintegration, Mechatroniker, Koch, Industriekauffrau, zahnmedizinische Fachangestellte oder Metallbauer.
Mit einer Patenbörse war das Integrationsprojekt der IHK Wiesbaden am 19. November 2015 offiziell gestartet. Das Projekt sollte speziell der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen Berufsperspektiven eröffnen, da es für diese damals weder geeignete Angebote noch Mittel gab. 6 Frauen und 13 Männer aus Äthiopien, Afghanistan, Algerien, Eritrea, Irak, Iran, Pakistan und Syrien waren vom Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft zusammen mit dem Sozialdienst Asyl in Wiesbaden für die Teilnahme ausgewählt worden – dabei spielten Kriterien wie schulische Vorbildung und eine sichere Bleibeperspektive eine Rolle. Die IHK organisierte das Projekt und führte die Kurse zum Teil in ihren Räumen durch. Mit dem in dieser Form bundesweit einmaligen Projekt betrat die IHK Neuland: Denn die Unternehmen der Region Wiesbaden finanzierten das Projekt nicht nur komplett mit ihren Spenden – sie begleiteten die Flüchtlinge auch in ihren Betrieben. Mehr als 40 Unternehmen aller Größen und Branchen waren dabei als Unterstützer aktiv: vom Blumenhaus über den Entsorgungsbetrieb und die Banken bis hin zum internationalen Pharmaunternehmen.
Von den 19 Teilnehmern, die im November gestartet sind, haben 16 das Projekt abgeschlossen – ihnen gratulierte Gastl zu ihren Abschlusszertifikaten: „Sie haben es geschafft. Sie haben durchgehalten und den Kurs mit Erfolg absolviert. Neben der enormen sprachlichen Hürde wurden sie mit vielen Anforderungen konfrontiert, die ihnen zum Teil erhebliche Anstrengungen abforderten.“ Bei der Abschlussfeier zogen Angela Nowacek, Regionalleiterin beim Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft sowie Kursleiterin Rebecca Müller eine Bilanz des Projekts: „Wir haben mit dem Projekt auch ein Signal gesetzt: Integration gelingt – mit viel Engagement und Motivation seitens der Flüchtlinge und mit guter Zusammenarbeit und Professionalität seitens der Institutionen und Betriebe.“ Das bestätigten Mozhgan Noorzai und Rawil Ahmad aus Pakistan, die berichteten, wie sie das Projekt erlebt haben und wie es für sie weitergeht. Beide haben den Einstieg ins Berufsleben geschafft: Die 22-jährige Afghanin beginnt zum 1. September ihre Ausbildung zur Industriekauffrau bei der Sektkellerei Henkell, der 21-Jährige Pakistani absolviert eine Einstiegsqualifizierung bei der ESWE Verkehrsgesellschaft in Wiesbaden.