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IHK HISTORISCH

IHK-Gebäude: Das Erbprinzenpalais

Eigentlich geplant als Bleibe für den Erbprinz von Nassau beherbergte das Erbprinzenpalais in der Wilhelmstraße seit 1813 eine Bibliothek, ein Naturkunde-Museum, das hessische Justizministerium und heute die Industrie- und Handelskammer.

Bildergalerie vom Erbprinzenpalais heute

Der Blick auf das IHK-Gebäude von der Wilhelmstraße aus. © IHK Wiesbaden Zoom Der Blick auf das IHK-Gebäude von der Wilhelmstraße aus.

Im Jahr 1806 wird Wiesbaden zur Landeshauptstadt. Das ist der Einigung der Herzöge Friedrich August von Nassau-Usingen und Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg zu verdanken. Sie hatten beschlossen die beiden Nassauischen Landesteile Usingen und Weilburg unter dem Namen Herzogtum Nassau zu vereinigen und Wiesbaden zur Landeshauptstadt zu machen.

Das Erbprinzenpalais ist eines von drei klassizistischen Bauten in Wiesbaden, die der Architekt und Herzoglich Nassauische Bauinspektor Johann Christian Zais in dieser Zeit entworfen hat. Doch das Erbprinzenpalais ist das einzige der Gebäude, das heute noch steht: das alte Kurhaus wurde 1904 abgerissen und durch das heutige ersetzt. Das zweite Gebäude, das Hotel „Vier Jahreszeiten“, wurde 1945 bei einem Luftangriff zerstört. Das Erbprinzenpalais ist damit der einzige verbliebene Zeuge des Schaffens von Zais und zugleich eines der wenigen Baudenkmäler aus der Zeit des Hochklassizismus nach griechisch antikem Vorbild.

Die Geschichte des Erbprinzenpalais

Der 1813 begonnene Bau wurde allerdings zunächst nicht ganz fertig gestellt. Denn Erbprinz Wilhelm von Nassau, für den er eigentlich bestimmt war, wurde 1816 nach dem Tod seines Vaters Landesherr und zog in das Biebricher Schloss. Dort hatte sein Vater, Friedrich August von Nassau-Usingen, zuvor residiert. Da kurz zuvor auch Herzog Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg an den Folgen eines Sturzes gestorben war, war das noch unfertige Palais für den Erbprinzen ohne Funktion.

Erst acht Jahre später, im Jahr 1821 zog dort die Herzoglich Nassauische Bibliothek ein. Danach folgte die Steuerdirektion. Darauf residierte dort die Rechnungskammer.

Wieder acht Jahre später, im Jahr 1829, wurde im großen Festsaal ein Naturkunde-Museum eingerichtet. 1913 zog die Herzoglich Nassauische Bibliothek in eine neues Gebäude an der Friedrich-Ebert-Allee und das Naturkunde-Museum in die Rheinstraße. Daraufhin wurde das Erbprinzenpalais als städtisches Behördenhaus genutzt. Es hieß im Volksmund auch „Altes Museum“.

Die Tafel mit der Geschichte des Erbprinzenpalais hängt am Haupteingang. © IHK Wiesbaden Zoom Die Tafel mit der Geschichte des Erbprinzenpalais hängt am Haupteingang.

Nach dem Zweiten Weltkrieg mietete die Hessische Landesregierung das Gebäude von der Stadt Wiesbaden. Das Palais beherbergte von da an das Justizministerium. Mit der Verlegung des Regierungspräsidiums nach Darmstadt zog das Hessische Justizministerium aber in dessen ehemaliges Gebäude in Wiesbaden.

Als die IHK das Gebäude 1968 für 1,2 Millionen Deutsche Mark von der Stadt kaufte, war die Bausubstanz durch jahrzehntelange Vernachlässigung schwer beschädigt. Fundamente, Außenputz, Dachstuhl, Decken, Innenwände, Treppenhaus, Installation und Heizung mussten komplett erneuert werden. Im Rahmen der Renovierung blieben nur noch die Umfassungsmauern stehen. Die notwendigen Renovierungsarbeiten waren damals mit 5,2 Millionen Mark weitaus höher als der Kaufpreis und weitaus höher als ursprünglich geschätzt.

Als sich während der Umbauten die Kosten immer weiter steigerten – ursprünglich war die Renovierung einmal mit 1,9 Millionen Mark angesetzt - wurde überlegt, das ganze Gebäude abzureißen und durch einen kostengünstigeren Neubau zu ersetzen.

Der Weitsicht des damaligen IHK-Präsidenten Diether Hummel, des IHK-Hauptgeschäftsführers Werner Artelt und der verschiedenen Gremien der damaligen IHK ist es zu verdanken, dass das Erbprinzenpalais doch noch erhalten werden konnte. 1971 ist die IHK dann in das restaurierte Gebäude eingezogen.

Moderne Sitzgruppe im IHK-Servicecenter. © IHK Wiesbaden Zoom Moderne Sitzgruppe im IHK-Servicecenter.

 
 

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