"Gemeinsame Ziele gemeinsam verwirklichen" - dies war das Motto der ersten Regionalkonferenz Rhein-Main, die unter Vorsitz und auf Einladung von Oberbürgermeisterin Petra Roth aus Frankfurt im "Main-Tower" am 8. Mai 2000 tagte.
Erklärung der Regionalkonferenz am 8. Mai 2000:
"Im zusammenwachsenden Europa kommt den Regionen immer stärkere Bedeutung zu. Das Rhein-Main-Gebiet steht im Wettbewerb mit Ballungsräumen wie Amsterdam, London, Mailand oder Paris. Unsere Region liegt in der Mitte Europas zwischen den traditionellen Wirtschaftszentren im Westen und neu entstehenden Wirtschaftsräumen in Osteuropa.
Das Rhein-Main-Gebiet gehört zu den wirtschaftsstärksten Räumen Europas, es bietet über zwei Millionen Arbeitsplätze. Die polyzentrale Struktur der Region, ihre Vielfalt und Kontraste, das Nebeneinander von Landschaft und Urbanität, sind Garanten für den gemeinsamen Erfolg. Ausbildungs- und Arbeitsplätze, ausreichend Wohnungen, soziales Bewusstsein, Erhalt des natürlichen Gleichgewichts sowie das Freizeit- und Kulturangebot bestimmen die Lebensqualität der Menschen.
Regionalbewusstsein lässt sich nicht administrativ verordnen, eine Region wächst nur zusammen, wenn gemeinsame Ziele auch gemeinsam getragen werden. Deshalb haben sich die Teilnehmer einer Regionalkonferenz am 8. Mai 2000 in Frankfurt am Main darauf verständigt:
- In der Regionalkonferenz arbeiten direkt gewählte Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte des Rhein-Main-Gebietes partnerschaftlich zusammen. Die Region dehnt sich ? in nicht verfassten, "weichen" Grenzen und je nach Notwendigkeit offen ? vom Rheingau-Taunus-Kreis, über Limburg-Weilburg, Maintaunus, Hochtaunus, Wetterau, Main-Kinzig, Offenbach bis nach Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau aus. Zur Region gehören die kreisfreien hessischen Städte Wiesbaden, Frankfurt, Offenbach und Darmstadt sowie aus den angrenzenden Bundesländern die Städte Mainz und Aschaffenburg. Ebenso die Sonderstatusstädte Bad Homburg, Hanau und Rüsselsheim.
- Die Rhein-Main-Region versteht sich als wirtschaftliche Einheit. Um den Erfolg des Wirtschaftsraumes im internationalen Wettbewerb nachhaltig zu sichern, müssen sich die bereits vorhandenen Instrumente und Institutionen regionaler und kommunaler Wirtschaftsförderung eng vernetzen und baldmöglichst ein Modell gemeinsamen Standortmarketings realisieren. Wichtigste Ansatzpunkte sind der Aufbau eines Informations- und Vermarktungszentrums der Region für potentielle Investoren, die Präsentation des Wirtschaftsraumes Rhein-Main nach außen sowie eine abgestimmte regionale Verkehrsplanung.
- Kunst- und Kulturangebote höchsten Standards bietet die Rhein-Main-Region: Das Rheingau-Musikfestival, das Frankfurter Museumsufer, die Hanauer Märchenfestspiele und die Mathildenhöhe in Darmstadt sind Anziehungspunkte für Kulturinteressierte aus aller Welt. Vom Wolkenkratzer bis zum Bauernhof und vom Römerkastell bis zur ehemaligen Sommerresidenz der deutschen Kaiser reicht das Spektrum der Sehenswürdigkeiten im Rhein-Main-Gebiet. Erholung bieten traditionell Odenwald, Spessart, Vogelsberg, Westerwald und Taunus, sowie Rheingau und Rheinhessen. Dieses touristische Potential der Region ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Anknüpfend an die bereits vorhandenen Strukturen der Zusammenarbeit wird sich Rhein-Main als touristische Destination auf dem Markt stärker positionieren.
- Die Regionalkonferenz tagt mindestens einmal jährlich und fasst gemeinsame Entschließungen, die die Willensbildung in der Region formulieren und vorantreiben. Sie versteht sich als Forum für die Vorbereitung von Kooperationen, die auf den Prinzipien der Freiwilligkeit und kommunalen Selbstverwaltung beruhen. Entschließungen der Regionalkonferenz können in geeigneten Organisationsformen wie Arbeitsgruppen, Gesellschaften, Vereinen oder auch Zweckverbänden umgesetzt werden. An der Regionalkonferenz nehmen nur direkt gewählte Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister teil. Eine Vertretung ist nicht möglich.
- Es werden vier Arbeitskreise eingerichtet zu den Themen Wirtschaftsförderung (Vorsitz: Herr Grandke), Tourismus (Vorsitz: Herr Röttger), Kultur (Vorsitz: Frau Härtel) und Verkehr (Vorsitz: Herr Gnadl). Die Koordination der Arbeitskreise übernimmt das Regionalbüro der Stadt Frankfurt.
- Die nächste Regionalkonferenz findet im November 2000 im Kreis Groß-Gerau statt."
Arbeitskreis Tourismus der Regionalkonferenz